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Checkliste: Sieben Möglichkeiten, die offene Zeit Ihres Schmelzklebstoffes zu beeinflussen

Wenn Sie Schmelzklebstoffe in Ihr Produktionsverfahren integrieren wollen, sollten Sie die Faktoren berücksichtigen, die die offene Zeit beeinträchtigen können. Werden diese Faktoren nicht unter Kontrolle gehalten, können sie gravierende Folgen für Produktionsverfahren und Endprodukt haben. Zum Glück können Sie die offene Zeit durch Beachtung folgender Punkte kontrollieren:

Offene Zeit

Die Verwendung von Schmelzklebstoffen in der Matratzenproduktion lässt sich ziemlich einfach automatisieren. Die Herausforderungen liegen hauptsächlich im Bereich der offenen Zeit. Das ist die maximale Zeit zwischen der Austragung des Klebstoffes und dem Pressen der Substrate. Die offene Zeit von Schmelzklebstoffen ist relativ kurz: Zwischen wenigen Sekunden und einigen Minuten, je nach verwendeten Komponenten, Austragungsmuster, zu verklebenden Substraten und den weiter unten in diesem Abschnitt erwähnten Punkten.

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Was Sie berücksichtigen müssen

Daher ist es wichtig, den Klebstoff auf das Produktionsverfahren abzustimmen. Ein Klebstoff mit einer offenen Zeit von einer Minute in einer Anwendung, bei der 90 Sekunden erforderlich sind, kann zur Verklebung führen. Wenn die offene Zeit des Klebstoffes verstrichen ist, kann keine starke Verbindung mehr geschaffen werden, weil der Schmelzklebstoff dann abgekühlt und ausgehärtet ist. Aber auch die zu früh ausgeführte Montage kann Probleme verursachen. Der Klebstoff ist dann immer noch zu flüssig und die Spannung kann die Substrate auseinanderziehen.

Sieben Möglichkeiten, die offene Zeit Ihres Schmelzklebstoffes zu beeinflussen

Zum Glück können Sie die offene Zeit durch Beachtung folgender Punkte kontrollieren:

1. Umgebungstemperaturr

Die Umgebungstemperatur hat eine starke Auswirkung auf die offene Zeit von Schmelzklebstoffen. Die
Klebstofftemperatur sinkt, sobald der Klebstoff die Düse verlässt. In einem kalten Produktionsbereich kühlt
der Klebstoff schneller ab. Dadurch verkürzt sich die offene Zeit. In einem heißen Produktionsbereich fällt
die Klebstofftemperatur langsamer, sodass sich die offene Zeit verlängern.


 

2. Die Temperatur des Substrats

Die Temperatur des Substrats spielt - ebenso wie die Umgebungstemperatur - eine wichtige Rolle. Wird
der Klebstoff auf ein kaltes Substrat aufgebracht, verkürzt sich die offene Zeit und entsprechend auch die
Zeit, die für die Montage bleibt. Daher empfiehlt es sich, das zu verklebende Substrat einen Tag zuvor im
Produktionsbereich aufzubewahren. So kann sich der Schaumstoff über Nacht auf Umgebungstemperatur
erwärmen.
 

3. Luftzug

Der Einfluss von Luftzug wird häufig unterschätzt. Luftbewegungen entziehen dem Klebstoff eine große
Menge an Wärmeenergie. Luftzug von offenen Türen oder Klimaanlagen kann enorme Auswirkungen
auf die offene Zeit haben, auch wenn er nur kurz andauert. Daher sollten Sie sicherstellen, dass Ihre
Produktionslinie niemals zwischen zwei Schiebetüren oder Ventilatoren verläuft oder anderweitig Luftzug
ausgesetzt ist.
 

4. Abstand zwischen Düse und Substrat

Wie schon erwähnt sinkt die Klebstofftemperatur, sobald der Klebstoff die Düse verlässt. Je größer der
Abstand zwischen Substrat und Düse, desto größer der Wärmeverlust und desto kürzer die offene Zeit.
In der Praxis hat sich gezeigt, dass ein Abstand von drei Zentimetern ausreicht. Ein geringer Abstand hat
noch einen weiteren Vorteil: Die Maschine lässt sich erheblich präziser steuern.
 

5. Düsengröße

Bei automatischer Austragung bestimmt der Durchmesser der Düse, wie viel Klebstoff das Substrat erreicht.
Die Düse muss den Schaumstoff mit einem konsistenten Volumen Klebstoff versorgen. Bei Verwendung
einer zu kleinen Düse wird der Klebstoff mit großer Kraft auf das Substrat aufgebracht. Infolgedessen ist
die Austrittsgeschwindigkeit im Verhältnis zum Förderband zu hoch. Das führt zu einem unkontrollierten
Zickzackmuster. Im Allgemeinen ist eine Düse von 1,5 Millimeter Größe am besten für die Verklebung von
weichem Schaumstoff in automatischen Anwendungen geeignet.


 

6. Presse

Durch die Presse wird der Klebstoff in die Struktur des Schaumstoffs gepresst. Für die Erreichung der
höchstmöglichen Festigkeit ist eine hochwertige Presse notwendig, die korrekt verwendet wird. Der
Schaumstoff sollte daher mindestens 30 Sekunden lang gepresst werden. Das mag lang erscheinen,
aber in der Praxis beobachten wir oft, dass diese Zeit auch ohne weiteres verfügbar ist, weil die Montage
stattfinden muss. Oft kann eine Matratze sogar noch länger gepresst werden. Längeres Pressen schafft
eine stärkere Verbindung und ermöglicht schnellere Handhabung.

 

7. Montage

Ein großer Vorteil von Schmelzklebstoffen ist, dass sie während der Abkühlung sehr schnell
Anfangshaftung aufbauen. Dies ermöglicht schnelle Montage und Verarbeitung. Dennoch können die
Substrate auch zu schnell montiert werden, was die offene Zeit verlängert. Der Klebstoff hat dann keine
Gelegenheit, schnell abzukühlen. Die beiden Substrate stellen sicher, dass der Klebstoff länger flüssig
bleibt. Dadurch wird das Verfahren verlangsamt und die Haftung erreicht ihre Endfestigkeit später. Für eine
optimale Verbindung muss sichergestellt sein, dass das gesamte Verklebungsverfahrung nicht zu schnell
oder zu langsam erfolgt.

Checkliste: Sieben Möglichkeiten, die offene Zeit Ihres Schmelzklebstoffes zu beeinflussen

Ist das Verklebungsverfahren, das in Ihrem Produktionsverfahren zum Einsatz kommt, ideal? Überprüfen Sie dies anhand der Checkliste!

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