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In 3 Schritten zur richtigen Vorbehandlung

Eine Grundvoraussetzung für eine dauerhafte Verbindung ist eine gute Haftung. Auf manchen Materialien haften Kleb- oder Dichtstoffe aber nicht gut genug, wenn sie direkt aufgetragen werden. In diesem Blog geben wir Ihnen einige praktische Tipps zur Vorbehandlung.

Die Vorbehandlung des Trägermaterials

Eine gute, solide Verbindung ist zu einem großen Teil eine Frage der Verwendung der richtigen Produkte. Auch die Anwendung spielt natürlich eine wichtige Rolle. Aber wie lässt sich das Trägermaterial am besten vorbehandeln? Welche Produkte sind dafür am besten geeignet? Und wie werden sie richtig angewendet?
 
Die Antworten hängen natürlich in hohem Maße davon ab, welche Materialien Sie miteinander verbinden wollen. Geht es beispielsweise um Glas, (glasfaserverstärkten) Kunststoff, Coatings oder Metall? Und wurden diese Werkstoffe bereits vorbehandelt, beispielsweise mit einer Antigraffiti- oder Antikratzbeschichtung?
 
Auch wenn die Abdichtung oder Verklebung oft einer der letzten Schritte im Entwurfsprozess ist, sollte frühzeitig darüber nachgedacht werden, nämlich schon bei der Auswahl der Materialien, die miteinander verbunden werden sollen. Mit einer guten Vorbereitung lassen sich viele Probleme vermeiden.

In diesem Blog geben wir Ihnen einige praktische Tipps zur Vorbehandlung.

"Eine gute Vorbehandlung ist die halbe Arbeit. Wenn Sie bei Klebverbindungen und Abdichtungen von Anfang an richtig vorgehen, erzielen Sie ein optimales Ergebnis. Aber wie lassen sich Oberflächen optimal vorbehandeln? Wir geben Ihnen gern einige praktische Tipps. Nutzen Sie sie!" Peter Wieskamp Anwendungsexperte und Klebfachkraft (EAS)
Peter Wieskamp

Eine vollständige Vorbehandlung besteht aus drei Schritten:

1. Schritt: Ätzen, abflammen, Corona- oder Plasmabehandlung

Verwenden Sie ein Material, das sich nicht optimal verkleben oder abdichten lässt, beispielsweise Polyethylen (PE)? Dann kann die Oberfläche geätzt, abgeflammt oder einer Corona- oder Plasmabehandlung unterzogen werden. Dabei wir die Oberfläche modifiziert und somit aufnahmefähiger für Kleb- und Dichtstoffe, wodurch sich die Haftung verbessert.

2. Schritt: Reinigen und eventuell aufrauen

Sorgen Sie für eine gründliche Reinigung: die zu verbindenden Teile müssen sauber, eben, trocken, homogen und frei von Staub, Rost und Fett sein. Es darf sich also keine Schicht Fett, Flüssigkeit oder andere Substanz mehr auf dem Material befinden.

Reinigen Sie die Flächen mit einem Cleaner oder mechanisch durch Schleifen oder Strahlen in Kombination mit einer Reinigung. Tragen Sie dabei geeignete persönliche Schutzausrüstungen. Um ein noch besseres Ergebnis zu erzielen, können Sie eventuell die Fläche zusätzlich noch etwas aufrauen und anschließend erneut reinigen.

Ist der Untergrund verschmutzt oder muss er entfettet werden? Verwenden Sie bei Glas, Metall, Kunststoff und Polyester dann fusselfreies Papier und den richtigen Cleaner, den Sie mehrmals in dieselbe Richtung ausreiben. Reiben Sie nicht vor und zurück, denn so wird der Schmutz immer wieder über die Fläche verteilt. Vermeiden Sie die Berührung der bereits gereinigten zu verklebenden Flächen oder tragen Sie puderfreie Handschuhe. Lassen Sie den Untergrund trocknen, bevor Sie mit dem nächsten Schritt fortfahren (die klebeoffene Zeit und die Mindesttrocknungszeit hängen vom verwendeten Cleaner ab).
 
 

Auf Wunsch kann SABA Sie bei der Auswahl des richtigen Produkts beraten oder eine Laboruntersuchung Ihres Materials veranlassen. Wir machen von verschiedenen Testmethoden Gebrauch, beispielsweise von Tests unter Normalklima (beschleunigter Alterungstest) und Kataplasma-Tests (Test in verschiedenen Zyklen bei großen Temperaturschwankungen und in feuchter Umgebung, u. a. nach der Technischen Regel DVS 1618).
 

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3. Schritt: Primer oder Aktivator auftragen

Erwarten Sie auf den zu verklebenden Flächen keine optimale Haftung? Verwenden Sie dann, je nach Untergrund, einen Primer oder Aktivator. Erkundigen Sie sich bei unseren Anwendungsexperten. Denken Sie auch bei der Vorbehandlung an Ihre persönlichen Schutzausrüstungen; im Sicherheitsdatenblatt ist angegeben, welche Sie brauchen.

Beachten Sie die klebeoffene Zeit (innerhalb deren das Produkt verarbeitbar bleibt). Es empfiehlt sich, die benötigte Menge in einen kleinen Tiegel umzufüllen und die Dose sofort wieder zu verschließen. Vermerken Sie auf der Dose das Datum der ersten Öffnung. So können Sie beim nächsten Gebrauch feststellen, ob das Produkt noch verwendbar ist. Entnehmen Sie das Produkt niemals mit einem Pinsel direkt aus der Dose; so können Verunreinigungen in die Dose gelangen, wodurch das Produkt an Qualität einbüßt. Außerdem wird so die Haltbarkeit verkürzt. Halten Sie die Mindesttrocknungszeit ein, bevor Sie mit dem nächsten Schritt fortfahren. Die Trocknungszeit ist im Produktdatenblatt angegeben.

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